Häufige Fehler beim Englischlernen vermeiden: Aussprache und Gebrauch klarer lernen
Was du nach diesem Artikel besser kannst
Viele Fehler im Englischen entstehen nicht, weil die Grammatik zu schwer ist, sondern weil man deutsche Muster direkt überträgt. In diesem Artikel lernst du typische Stolperstellen kennen: Aussprache, Wortgebrauch, Zeiten und kleine Wörter, die große Unterschiede machen. Zu jedem Punkt findest du kurze Beispiele, damit du den Fehler sofort erkennst und korrigieren kannst.
1. Falsche Freunde: Wenn ein Wort vertraut aussieht
Ein häufiger Fehler beim Englischlernen ist, Wörter zu benutzen, die ähnlich aussehen wie deutsche Wörter, aber etwas anderes bedeuten. Solche Wörter nennt man falsche Freunde.
- become heißt nicht „bekommen“, sondern „werden“. Richtig: I want to become a teacher. = Ich möchte Lehrerin oder Lehrer werden.
- get kann „bekommen“ bedeuten. Richtig: I got an email. = Ich habe eine E-Mail bekommen.
- actual heißt meist „tatsächlich“ oder „wirklich“, nicht „aktuell“. Für „aktuell“ passt oft current. Beispiel: current news = aktuelle Nachrichten.
Ein guter Lerntrick: Lerne solche Wörter nie allein, sondern immer in einem kurzen Satz. So speicherst du nicht nur die Übersetzung, sondern auch den richtigen Gebrauch.
2. Aussprache: Das englische „th“ nicht durch „s“ oder „d“ ersetzen
Für deutsche Sprecher ist th oft ungewohnt, weil es diesen Laut im Deutschen nicht gibt. Trotzdem lohnt es sich, ihn gezielt zu üben, denn Wörter können sonst undeutlich oder sogar anders verstanden werden.
Bei think liegt die Zungenspitze leicht zwischen den Zähnen, und die Luft strömt heraus. Das klingt nicht wie „sink“. Beispiel: I think it is important. = Ich denke, es ist wichtig.
Bei this ist der Laut stimmhaft: Die Zunge ist ähnlich positioniert, aber die Stimme vibriert. Beispiel: This is my book. = Das ist mein Buch.
Übe Paare langsam: think – sink, three – tree, then – den. Sprich zuerst übertrieben deutlich und dann natürlicher. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Verständlichkeit.
3. „Since“ und „for“: Dauer richtig ausdrücken
Im Deutschen sagen wir oft „seit“ für beides: einen Startpunkt und eine Dauer. Im Englischen brauchst du dafür zwei Wörter.
- since benutzt du mit einem Zeitpunkt: I have lived here since 2020. = Ich wohne seit 2020 hier.
- for benutzt du mit einer Zeitdauer: I have lived here for four years. = Ich wohne seit vier Jahren hier.
Wichtig ist auch die Zeitform: Wenn etwas in der Vergangenheit begonnen hat und bis jetzt andauert, steht oft das present perfect: I have known her for a long time. Nicht: I know her since a long time.
4. Present perfect nicht wie das deutsche Perfekt verwenden
Das deutsche Perfekt und das englische present perfect sehen ähnlich aus, funktionieren aber nicht gleich. Im Englischen verbindet das present perfect die Vergangenheit mit der Gegenwart.
Richtig ist: I have lost my keys. Das bedeutet: Ich habe meine Schlüssel verloren, und jetzt habe ich sie nicht. Die Folge ist noch aktuell.
Wenn du aber sagst, wann etwas passiert ist, brauchst du meist das simple past: I lost my keys yesterday. Nicht: I have lost my keys yesterday.
Merke dir: Mit klaren Zeitangaben wie yesterday, last week, in 2019 verwendest du normalerweise simple past.
5. Wortstellung: Englisch ist weniger flexibel als Deutsch
Im Deutschen können wir Satzteile oft verschieben: „Heute gehe ich ins Büro“ und „Ich gehe heute ins Büro“ sind beide natürlich. Im Englischen bleibt die Grundstellung meist fester: Subjekt – Verb – Objekt – Ergänzungen.
Richtig: I go to the office today. Auch möglich, aber markiert: Today, I go to the office. Nicht natürlich wäre: Today go I to the office.
Besonders bei Fragen machen Lernende Fehler, weil sie die deutsche Struktur übernehmen. Richtig ist: Do you like coffee? Nicht: Like you coffee? Bei be wird direkt umgestellt: Are you ready? = Bist du bereit?
6. „Make“ oder „do“: Nicht jedes „machen“ ist gleich
Das deutsche Verb „machen“ ist sehr breit. Im Englischen musst du oft zwischen make und do wählen.
- make verwendest du häufig, wenn etwas entsteht: make a cake, make a plan, make a mistake.
- do verwendest du oft für Tätigkeiten, Aufgaben oder Arbeit: do homework, do the dishes, do a course.
Beispiel: I made a mistake in the test. = Ich habe im Test einen Fehler gemacht. Aber: I did my homework. = Ich habe meine Hausaufgaben gemacht.
7. Aussprache von Endungen: „worked“, „played“, „wanted“
Die Endung -ed im simple past wird nicht immer gleich ausgesprochen. Das ist wichtig, weil eine zu starke Aussprache unnatürlich wirken kann.
- Nach stimmlosen Lauten klingt -ed wie t: worked, watched.
- Nach stimmhaften Lauten klingt es wie d: played, called.
- Nach t oder d entsteht eine eigene Silbe: wanted, needed.
Vergleiche: I worked late. Hier hat worked nur eine Silbe. Aber: I wanted coffee. Hier hat wanted zwei Silben.
8. Artikel: „a“, „an“ und „the“ bewusster einsetzen
Auch deutsche Sprecher machen bei englischen Artikeln Fehler, weil die Regeln nicht eins zu eins übertragen werden. a und an bedeuten „ein/eine“, wenn etwas nicht genauer bestimmt ist. the benutzt du, wenn klar ist, welche Person oder Sache gemeint ist.
Beispiel: I saw a dog. = Ich sah einen Hund, irgendeinen. Danach: The dog was very friendly. = Der Hund war sehr freundlich, nämlich der schon erwähnte Hund.
an steht vor einem Vokallaut, nicht einfach vor einem geschriebenen Vokal: an apple, aber a university, weil university mit einem „ju“-Laut beginnt.
9. „Say“ und „tell“ richtig unterscheiden
Beide Verben können mit „sagen“ übersetzt werden, aber sie werden unterschiedlich gebaut.
say steht oft ohne direkte Person: She said that she was tired. = Sie sagte, dass sie müde war. Wenn eine Person genannt wird, brauchst du meist to: She said to me that she was tired.
tell braucht normalerweise eine Person als Objekt: She told me that she was tired. Nicht: She told that she was tired.
10. Besser lernen: Fehler in Mini-Muster verwandeln
Der beste Weg, häufige Fehler beim Englischlernen zu vermeiden, ist nicht, lange Regellisten auswendig zu lernen. Effektiver ist es, eigene Fehlermuster zu erkennen und daraus kurze Trainingssätze zu machen.
- Fehler: I am living here since 2020. Korrektur: I have lived here since 2020.
- Fehler: I have seen him yesterday. Korrektur: I saw him yesterday.
- Fehler: She told that she was busy. Korrektur: She told me that she was busy.
Schreibe dir nicht nur die richtige Form auf, sondern sprich sie laut. So trainierst du Grammatik, Wortstellung und Aussprache gleichzeitig.
Kurze Übung zum Mitnehmen
Korrigiere diese Sätze im Kopf und sprich die richtige Version laut:
- I become a coffee every morning.
- Do you can help me?
- I live here since three years.
- She said me the answer.
Mögliche Lösungen: I get a coffee every morning. Oder natürlicher: I have coffee every morning. – Can you help me? – I have lived here for three years. – She told me the answer.
Wenn du solche typischen Fehler gezielt sammelst, wirst du schneller sicherer. Achte besonders auf kleine Wörter, feste Satzmuster und Laute, die es im Deutschen nicht gibt. Genau dort verbessert sich dein Englisch oft am sichtbarsten.